Ferrari-Garten

Den Eingangspunkt bildet das erneuerte Haus Natalija, ein kreativer Garten für mehr als 30 zeitgenössische Kunst- und Kreativschaffende, von Bewahrern des Erbes Max Fabianis über die Raumpraxis Sara&Sara bis hin zu den Ausstellungsgestaltern von Nea Culpa. In den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das Haus Teil der Villa Ferrari gewesen, die Fabiani aus mehreren Gebäuden an der Ostmauer von Štanjel zusammengefügt hatte. Heute befinden sich darin ein Zentrum für die lokale Gemeinschaft und ein Besucherzentrum mit einer Ausstellung über den Ferrari-Garten und seinen Architekten.

Die Geschichte eines Hauses, einer Gemeinschaft und eines Gartens der Ideen

Der Ferrari-Garten ist eine wahrgewordene Utopie Max Fabianis. Er ist das grüne Wohnzimmer der einstigen Villa Ferrari, in dem sich Blicke öffnen, die das Wasser widerspiegelt. Entdecken Sie, wie der Architekt den Garten als Teil eines selbstversorgenden Anwesens plante und wozu das ungewöhnliche Becken inmitten der trockenen Karstlandschaft tatsächlich diente. Der Eingangspunkt zum Garten ist das Haus Natalija. Es wurde nach Natalija Ščurk, der Ehefrau von Max Fabianis Neffen benannt, die in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hier gelebt hat.

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Im Erdgeschoss befindet sich das Ferrari-Garten Besucherzentrum.​ Hier gibt es eine Ecke mit Gaumenfreuden aus der Karstregion, die es Ihnen ermöglicht, ein kleines Stückchen Karst mit nach Hause zu nehmen. Im ersten Stock gibt es die Geschichte eines Architekten, die Mischkulturen des zwischenkriegszeitlichen Štanjels und lebendige Traditionen der Gemeinschaft, wie etwa das Flechten von Johannes-Kränzen zu entdecken. Im zweiten Stock können Sie in Fabianis Garten der Ideen eintauchen und Einblick in seine Pläne und Skizzen nehmen, die an allen Wänden abgebildet sind.

DAUERAUSSTELLUNG „DER BAUM, DER ARCHITEKT UND DER GARTEN“

Besichtigen Sie die Dauerausstellung über die Villa und den Garten Ferrari, die von zeitgenössischen Kunst- und Kreativschaffenden aus ganz Slowenien gestaltet wurde. Die Filmgeschichte mit dem Titel „Der Baum, der Architekt und der Garten“ von Regisseur Jaša Koceli im 2. Stock zeichnet ein Bild des Architekten Max Fabiani als Karstbewohner und Europäer. Jedes Stockwerk ist eine Geschichte für sich. Das erste bietet einen Einblick in das Štanjel von vor einem Jahrhundert und von heute. Besonders spannend ist das oberste Geschoss mit dem offenen Dachstuhl. Die Wandmalereien des Malers Tomaž Milač sind Nachbildungen der zahllosen Ideen und Pläne Max Fabianis, der als erster österreichisch-ungarischer Architekt einen Doktortitel in technischen Wissenschaften sein Eigen nennen durfte.

WASSERBAR

Eine Besonderheit des Hauses ist das blaue Zimmer mit der Wasserbar. Wasser steht im Mittelpunkt des gesamten Konzeptes des Ferrari-Gartens. Das Regenwasser wird durch ein einzigartiges Wasserversorgungssystem mit Kanälen, Rohren und Zisternen für die getrennte Nutzung des Oberflächenwassers und des saubereren Wassers von den Dächern der Villa Ferrari, geleitet. Im alten Ortskern von Štanjel wurde das Trinkwasser bis zum Anschluss an die Wasserversorgung im Jahr 1991 in steinernen Rinnen unter den Dächern aufgefangen und in Brunnen gesammelt. Die Wasserbar ist ein Denkmal an die Schönheit und Bedeutung des Wassers.

EIN GARTEN ALS VIBRATION DER SEELE

Das Haus Natalija ist Teil der Seele von Štanjel und seiner jahrtausendealten Geschichte. Es ist ein Beweis für das Zusammenspiel von Tradition und zeitgenössischer Kreativität. Eine Hommage an den Modernismus des 20. Jahrhunderts, der nicht nur als Trend in den Karst geweht kam, sondern als Plan auf den Menschen zugeschnittener Lösungen, wie sie der Architekt, Stadtplaner und Humanist Max Fabiani entwarf. Der Ferrari-Garten war Max‘ Garten der Kreativität und wird die Gemeinschaft und die Besucher für immer inspirieren. Wie Fabiani sagen würde: „Lauschen Sie dem Raum und seien Sie empfänglich für die Schwingung der Seele!“

Öffnungszeiten

SOMMERZEITPLAN
Montag: geschlossen (außer für vorab vereinbarte Gruppen)
Dienstag–Freitag: 9:00–17:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage: 9:00–18:00 Uhr

WINTERZEITPLAN
Montag–Mittwoch: geschlossen (außer für vorab vereinbarte Gruppen)
Donnerstag–Sonntag und Feiertage: 9:00–16:00 Uhr

Kontakt:

Besucherzentrum Haus Natalija
+386 41 383 986
info@visitstanjel.si

Štanjels Terrasse zum Karst und zur Welt

Der Ferrari-Garten ist schon auf den ersten Blick anders: Er ist gepflegt und zugleich geheimnisvoll. Um seine ästhetische, funktionale und gesellschaftliche Natur besser zu verstehen, sollten Sie das Haus Natalija erkunden, das den Eingangspunkt zum Garten bildet. Der Ferrari-Garten entstand nach und nach seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Bei dem Konzept, das sich perfekt in das Gelände einfügt, bediente sich der Architekt Max Fabiani sowohl traditioneller Karstansätze als auch damaliger europäischer Trends.

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Im Mittelpunkt der Gartengestaltung stehen das Wasser und ein innovatives Wasserversorgungssystem. Dieses speiste das komplett selbstversorgende Anwesen mit Gemüsebeeten und Blumenanlagen, Obstgarten, Bäumen und Wiesen. Der Ferrari-Garten kann als ein Modell für die Gärten der Zukunft angesehen werden, die wir als Gemeinschaft pflegen können.

FABIANIS INNOVATIVES WASSERVERSORGUNGSSYSTEM

Max Fabiani stammte aus einer umfangreichen Großgrundbesitzerfamilie in Kobdilj, das nur einen Katzensprung von Štanjel entfernt liegt. Neben Weinbergen, Feldern, Vieh und Obstgärten hatten die Fabianis etwas, an dem es im Karst seit jeher mangelte – eine Wasserquelle, die auch im Sommer nicht versiegte.

Fabiani hat schon früh verstanden, dass Wasser die Grundlage des Lebens und der Gemeinschaft ist. Die Siedlungen in der Karstregion waren seit jeher vom Regenwasser abhängig. Aufgrund der durchlässigen Oberfläche versickert das Wasser schnell im Untergrund, weshalb die Menschen Dorfbrunnen bauten, um jeden Tropfen von den Dächern aufzufangen.

Für die Villa und den Garten Ferrari entwarf Fabiani eines der fortschrittlichsten Wasserversorgungssysteme seiner Zeit. Dieses sammelte das Regenwasser und trennte das saubere Wasser für den Haushalt vom Oberflächenwasser zum Bewässern und Düngen. Das gesamte System aus Rohren, Zisternen und Kanälen funktionierte allein mithilfe der Schwerkraft. Wenn die Zisternen voll waren, floss das überschüssige Wasser automatisch in ein Becken im Garten, das als genialer Wasserspeicher diente. Das Wasser zirkulierte, wurde gereinigt und wiederverwendet. Was vor einem Jahrhundert noch eine visionäre Idee war, gilt heute als Vorbild für nachhaltige Planung.

Erfahren Sie mehr über den Garten und das Wasserversorgungssystem in der Dauerausstellung im Haus Natalija.

Fabianis verwirklichte Utopie

Die Dauerausstellung im ersten und zweiten Stock des Hauses Natalija ist Max Fabianis Villa und Garten Ferrari gewidmet. Der Architekt, der unter anderem die berühmte Wiener Urania entworfen hat, kehrte nach dem Ersten Weltkrieg in den Karst zurück. Gerade in Štanjel kann man die Grundsätze seiner Arbeit, die eine Brücke zwischen Tradition und Moderne, zwischen europäischen Städten und slowenischen Dörfern, zwischen Natur und Mensch schlagen, aus der Nähe begreifen. Ein interdisziplinäres Team von mehr als 30 kreativen Köpfen hat Fabianis Garten der Ideen erforscht und interpretiert.

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DER BAUM

Max Fabianis Geschichte beginnt mit einem Baum. Mit der grünen Kuppel des mehr als fünf Jahrtausende alten Maulbeerbaums, der Max‘ Mutter bereits bei ihrem ersten Karstbesuch verzaubert hatte. Hier lernte sie ihren zukünftigen Ehemann Anton Fabiani kennen, dessen Anwesen sie später 80 Jahre lang leitete. Die beiden hatten 14 Kinder. Den Baum gibt es noch immer – heute wächst er im Garten der Villa Fabiani.

DER ARCHITEKT

Sowohl die Geschichten im ersten Stock als auch die Wand- und Deckenmalereien im ersten und zweiten Stock enthüllen die persönliche Geschichte Max Fabianis. Der Bogen seiner filmreifen Karriere spannt sich vom Studenten bis zum angesehenen Professor der Technischen Hochschule in Wien, vom Architekten in den Großstädten Europas bis zum Stadtplaner in kleinen slowenischen Ortschaften nach dem Ersten Weltkrieg. Statt in Wien zu bleiben, entschloss er sich, den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Regionen Kras, Goriška und Posočje aufzunehmen. Die Erneuerung des Schlosses Štanjel war eine der ersten europäischen Erschließungen, bei der ein Ort für die Elite in ein Zentrum des alltäglichen Lebens verwandelt wurde. Auf der anderen Seite der Ortsmauer überredete Fabiani seinen Neffen aus Triest, die Häuser und verstreuten Grundstücke aufzukaufen, und schloss diese zur Villa und zum Garten Ferrari zusammen.

DER GARTEN

Der Ferrari-Garten ist nicht nur Fabianis bedeutendstes Werk in Štanjel. Er ist sein Garten der Ideen, in den noch heute Einwohner und Besucher zum Entspannen, Kindergartenkinder zum Spielen, Yogis zum Trainieren und Paare zum Heiraten kommen. Gleichzeitig ist er eine Utopie der Zukunft, die beweist, dass es möglich ist, ein selbstversorgendes System zu schaffen, das nach außen hin als gesellschaftlicher Raum fungiert und nach innen alle Lebensfunktionen einer Gemeinschaft in sich vereint – von der Wassersammlung über die Nahrungsmittelproduktion bis hin zur Abfallverwertung.

Im Mittelpunkt stehen das Wasser als die Quelle des Lebens, die Karstlandschaft, an die sich der Architekt anpasst, und eine eklektische Mischung von Trends. Fotos, Berichte und moderne Aufnahmen vermitteln einen Eindruck davon, wie Štanjel mit dem Ferrari-Garten pulsiert.

Standort:

erster und zweiter Stock des Hauses Natalija

Öffnungszeiten

SOMMERZEITPLAN
Montag: geschlossen (außer für vorab vereinbarte Gruppen)
Dienstag–Freitag: 9:00–17:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage: 9:00–18:00 Uhr

WINTERZEITPLAN
Montag–Mittwoch: geschlossen (außer für vorab vereinbarte Gruppen)
Donnerstag–Sonntag und Feiertage: 9:00–16:00 Uhr

Kontakt:

Besucherzentrum Haus Natalija
+386 41 383 986
info@visitstanjel.si

Ein Raum der Begegnungen und der Kreativität

Das Haus Natalija ist nicht nur ein Eingangspunkt für die Besucher des Ferrari-Gartens, sondern auch ein Raum, in dem die lokale Gemeinschaft zusammentrifft. Im Erdgeschoss gibt es eine Lehrküche, wo durch den Austausch von Wissen traditionelle Karstspezialitäten und moderne Gastronomie ineinandergreifen. Hier finden Workshops, Kochvorführungen und Gesellschaftsabende statt, bei denen alte Rezepte neu interpretiert werden. Im Mehrzwecksaal im ersten Stock werden Tagungen, Vorträge und kleinere Veranstaltungen abgehalten. Die Räumlichkeiten sind für Kunst- und Kreativschaffende sowie für lokale Vereine wie den Kultur- und Ethnologieverein Venček aus Štanjel bestimmt, der die Tradition des Flechtens von Johannes-Kränzen pflegt, die im Register des immateriellen Kulturerbes Sloweniens verzeichnet ist.

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Štanjel verbirgt unzählige besondere Geschichten, die das Erlebnis dieser einzigartigen mittelalterlichen Siedlung bereichern. Erfahren Sie, wer Maks Fabiani war und was er geschaffen hat, warum Kränze an den Häusertüren hängen und vieles mehr.