Einst ein zentraler Ort für die Familie, heute ein Denkmal von nationaler Bedeutung für alle. Tauchen Sie in Max Fabianis Ideen und Pläne ein.
Rundherum sind die Visionen des Architekten des Karstes und des europäischen Modernismus. Max Fabiani war auch einer der bedeutendsten Stadtplaner seiner Zeit (1865–1962). Die handbemalten Wände des Malers Tomaž Milač verkörpern Fabianis vielseitigen Geist. Sie spiegeln seine Pläne und Zeichnungen, Skizzen und Postkarten, seine Innovationen und seine Philosophie wider. Wussten Sie, dass Fabiani sogar an dem Entwurf für ein Fluggerät getüftelt hat? Einige Texturen in der Collage erinnern an die bildnerischen Elemente von Lojze Spacal, dem slowenischen Maler und Grafiker, der im Schloss Štanjel die erste Galerie einrichtete.
Sie befinden sich in der Ferrari-Villa, die Fabiani als Gefüge aus mehreren Gebäuden an der Ostmauer von Štanjel entwarf. Er vereinte auch die verstreuten Parzellen unterhalb der Stadtmauer und schloss sie mit Rundwegen zu einem Park zusammen. Diesen teilte er in Wald, Wiese, Obstgarten und Garten auf. Er war der zentrale Ort des Familienlebens. Jede Wohneinheit der Villa hatte einen kleinen intimen Außenbereich mit Blumenbeeten und Terrasse mit Ausblick.
In der Zeit des angespannten gesellschaftspolitischen Klimas zwischen den beiden Weltkriegen gehörte Štanjel zum Königreich Italien. Auf dem Ferrari-Anwesen waren Einheimische beschäftigt, die sich das ganze Jahr über darum kümmerten. Die Villa war somit nicht nur eine in sich geschlossene Einheit, sondern ermöglichte auch die Arbeit und das Überleben der Gemeinschaft. Seit 1999 ist der Ferrari-Garten als Denkmal von nationaler Bedeutung für jedermann zugänglich. Gemeinsam tragen wir die Verantwortung, ihn für die kommenden Generationen zu erhalten. In einer Zeit, in der der Klimawandel immer mehr zur Bedrohung wird, kann dieser Garten als verwirklichte Utopie der Gemeinschaft verstanden werden. Begeben Sie sich mit Hilfe einer VR-Brille auf einen Spaziergang durch den Garten.
Der Ferrari-Garten ist ein Denkmal für das Wasser im Karst – für seine Lebensnotwendigkeit, seine technischen Herausforderungen und seine Schönheit.
Sowohl bei der architektonischen als auch bei der stadtbaulichen Planung bestach Fabiani durch seine bemerkenswerte Fähigkeit, sich an den Raum anzupassen. Als gebürtiger Karstbewohner kannte und verstand er die Methoden, mit denen seine Vorfahren den trockenen Karstboden zu überlisten und jeden Tropfen Regen aufzufangen wussten, bevor dieser im Boden versickern konnte. Dieses Erbe baute er mit großem technischem Know-how zu einem durchdachten und logischen Wasserversorgungssystem aus, welches das wertvolle Regenwasser von den Dächern für den Hausgebrauch und das Oberflächenwasser für die Bewässerung des Gartens separat sammelte.
Fabiani plante die Sammlung, Zirkulation und Nutzung des Wassers so, dass der Ferrari-Garten auch in Dürremonaten grün blieb. Den Hügel oberhalb der Villa und den Garten durchzieht ein System aus Kanälen, Rohren und Zisternen. Diese für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Erfindung funktionierte vollständig mit Hilfe der Schwerkraft. Das überschüssige Wasser aus mehreren Sammelzisternen floss automatisch in das Becken in der Mitte des Gartens, das als Reservoir diente. Gleichzeitig bot es einen Ort für Erfrischung und Vergnügen. Wir laden Sie ein, sich den Film Der Baum, der Architekt und der Garten anzusehen, sich ein Glas Wasser in der Wasserbar zu gönnen und in dem Haus vorbeizuschauen, das zu einem Garten der Ideen für mehr als 30 kreative Köpfe geworden ist.
Štanjel verbirgt unzählige besondere Geschichten, die das Erlebnis dieser einzigartigen mittelalterlichen Siedlung bereichern. Erfahren Sie, wer Maks Fabiani war und was er geschaffen hat, warum Kränze an den Häusertüren hängen und vieles mehr.