Veranstaltungen
Lojze-Spacal-Galerie, 
12. Feb - 10. Jan 2027

Ausstellung „Eines ist heilig: einfach und authentisch“

Ausstellung

Zum hundertsten Todestag von Srečko Kosovel offenbart sich sein Werk in seiner ganzen Pracht: als ein umfassendes, stilistisch vielfältiges und intellektuell anspruchsvolles Opus. Anlässlich dieses Jubiläums stellt die Ausstellung einen Dialog zwischen Kosovels Poesie und den Werken dreier bildender Künstler dar – Lojze Spacal, Vladimir Makuc und Valentin Oman, bei denen wir eine ähnliche ethische Haltung erkennen können. 

Die Ausstellung, die teils im Kosovel-Haus (Kosovelov dom) in Sežana und teils in der Lojze-Spacal-Galerie im Schloss Štanjel gezeigt wird, versteht sich nicht als Illustration der Poesie, sondern als Begegnung gleichberechtigter künstlerischer Diskurse. Štanjel ist als Karstraum mit einer starken historischen und symbolischen Bedeutung nicht nur der Ausstellungsort, sondern auch dessen inhaltliche Grundlage. So wie der Karst für Kosovel ein Ort der Konzentration, der Knappheit und der inneren Spannung war, so wird auch hier die Kunst in ein Umfeld eingebettet, das Oberflächlichkeit nicht zulässt. 

Neben den Gedichten von Srečko Kosovel werden auch Werke von Lojze Spacal, Vladimir Makuc und Valentin Oman ausgestellt – Grafiken, Gemälde und Tapisserien. Sie alle eint die bewusste Entscheidung für einen schlichten Ausdruck und die Treue zur inneren Notwendigkeit.

Bei Oman spiegelt sich diese Haltung in der beständigen Rückkehr zur menschlichen Figur wider, die nicht Trägerin einer Geschichte, sondern Verkörperung der Präsenz ist. Die Figur steht, schweigt und verharrt – verletzlich, exponiert, aber aufrecht. Spacal und Makuc, beide tief vom Karst geprägt, stellen die Landschaft nicht als Szene dar, sondern als innere Struktur der Erinnerung. In ihren Werken sind Stein, Riss, Schnitt und Linie keine Motive, sondern Zeichen von Zeit, Geschichte und Dauer. 

Über die Künstler

Srečko Kosovel (1904–1926)

Er wurde 1904 in Sežana geboren. Die Grundschule besuchte er in Tomaj, wo seine Familie seit 1908 lebte. 1916 setzte er seine Ausbildung an der Realschule in Ljubljana fort, die er 1922 abschloss. Anschließend schrieb er sich an der Philosophischen Fakultät in Ljubljana für das Studium der slawischen und romanischen Sprachen ein. Dieses Studium konnte er nicht vollenden, da er im Alter von nur 22 Jahren an den Folgen einer Meningitis verstarb.

Trotz seines kurzen Lebens hinterließ Srečko Kosovel ein umfangreiches und stilistisch vielgestaltiges Werk, das neben Gedichten auch Prosagedichte, Manifeste, Essays, publizistische Texte, Tagebuchaufzeichnungen und Briefe umfasst. Der literarische Nachlass des Dichters wurde nur allmählich erschlossen: von der ersten Sammlung Pesmi (1927) über die Gesammelten Werke (1946–1977) und die Ausgabe seiner avantgardistischen Lyrik Integrali ’26 (1967) bis hin zum Jahr 2019, als mit dem Band Vsem naj bom neznan der verbleibende Teil seines Werks veröffentlicht wurde.

Lojze Spacal (1907–2000) 

Er wurde 1907 in Triest (Italien) geboren. 1934 schloss er seine Ausbildung am Kunstlyzeum in Venedig ab und setzte anschließend sein Studium am Institut für dekorative Kunst in Monza fort. Sein künstlerisches Schaffen ist geprägt von einer ausgeprägten Verbundenheit mit der Landschaft des Karsts sowie von einer reduzierten bildnerischen Sprache, in der sich ethische Haltung und ein ausgeprägtes Raumbewusstsein verbinden. 1974 erhielt er den Prešeren-Preis, posthum zudem den Jakopič-Preis. Er stellte in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen aus. Eine Dauerausstellung seiner Werke ist in der Galerie Lojze Spacal in Štanjel zu sehen. Er starb 2000 in Triest. 

Vladimir Makuc (1925–2016)

Er wurde 1925 in Solkan geboren. 1954 schloss er sein Studium der Malerei an der Akademie für Bildende Kunst und Design in Ljubljana ab; 1956 beendete er dort seine Spezialisierung in Restaurierung und Konservierung. Er widmete sich der Malerei, der Grafik, der Bildhauerei und der Tapisserie und entwickelte einen unverwechselbaren, symbolisch verdichteten bildnerischen Ausdruck. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Preis des Prešeren-Fonds (1962), den Prešeren-Preis (1979) sowie den Jakopič-Preis (1987). Er stellte in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland aus. Eine umfangreiche Sammlung seiner Arbeiten schenkte er dem Museum Goriška. Er starb 2016.

Valentin Oman (1935)

Er wurde 1935 in Bekštanj (Österreich) geboren. 1962 schloss er sein Studium der Malerei an der Akademie für angewandte Kunst in Wien ab; ein Jahr später beendete er seine grafische Spezialisierung an der Akademie für Bildende Kunst und Design in Ljubljana. Im Zentrum seines künstlerischen Schaffens steht die menschliche Figur, die mit formaler Zurückhaltung und ausgeprägter ethischer Orientierung behandelt wird. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Preis des Prešeren-Fonds (1981) sowie den Jakopič-Preis (1997). Die umfangreichste Schenkung seiner Werke befindet sich in der Galerie der Prešeren-Preisträger in Kranj. Er lebt und arbeitet in Bekštanj und Wien.

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